FAQ – Häufige Fragen

Piercing

  • Für Minderjährige gelten besondere gesetzliche Vorgaben.

    Personen unter 14 Jahren dürfen grundsätzlich nicht gepierct werden. Bei minderjährigen Personen sind abhängig von Alter, Piercingstelle und voraussichtlicher Heilungsdauer entsprechende Zustimmungen der Erziehungsberechtigten notwendig.

    Vor der Behandlung müssen Identität, Alter und Einwilligung dokumentiert werden.

  • Während der ersten Heilungsphase sollten Schwimmbäder, Whirlpools, Seen und andere potenziell keimbelastete Gewässer vermieden werden.

  • Starke Reibung, Druck, Schweiß und Bewegung an der frisch gepiercten Stelle sollten vermieden werden.

    Ob und wann Sport möglich ist, hängt von der Körperstelle und Sportart ab.

  • Neue Piercings werden während der Schwangerschaft üblicherweise nicht empfohlen.

    Bestehende Piercings können je nach Körperstelle, Verlauf und ärztlicher Empfehlung angepasst oder vorübergehend entfernt werden.

  • Umgangssprachlich wird eine Gewebeveränderung am Piercing häufig als „Wildfleisch“ bezeichnet.

    Nicht jede Verdickung ist jedoch dasselbe. Es kann sich beispielsweise um eine Reizungsreaktion, überschießendes Granulationsgewebe, eine Druckstelle, eine Infektion oder eine Narbe handeln.

    Die Ursache sollte professionell beurteilt werden.

  • Ja. Manche Piercings können wandern oder vom Körper abgestoßen werden.

    Anzeichen dafür sind:

    • immer dünner werdendes Gewebe
    • sichtbarer Schmuck unter der Haut
    • Veränderung der Position
    • anhaltende Rötung
    • größer werdende Ein- und Austrittsstellen

    In diesem Fall sollte das Piercing rasch kontrolliert werden.

  • Nicht ohne fachliche oder ärztliche Rücksprache.

    Wird der Schmuck vorschnell entfernt, kann sich der Stichkanal verschließen und eine Infektion im Gewebe eingeschlossen werden.

  • Eine leichte Rötung, Schwellung, Wärme und Empfindlichkeit können unmittelbar nach dem Piercen normal sein.

    Starke oder zunehmende Schmerzen, Eiter, Fieber, ausgeprägte Schwellungen oder sich ausbreitende Rötungen müssen ärztlich abgeklärt werden.

  • Die Heilungsdauer hängt stark von der Körperstelle ab.

    Manche Piercings heilen innerhalb weniger Wochen, andere benötigen mehrere Monate oder länger. Auch Pflege, Anatomie, Belastung und Gesundheitszustand beeinflussen die Heilung.

  • Der Stichkanal muss zunächst ausreichend abheilen.

    Ein zu früher Schmuckwechsel kann:

    • den Stichkanal verletzen
    • Keime einbringen
    • Schwellungen auslösen
    • die Heilung verlängern
    • zum Verlust des Piercings führen

    Der erste Schmuckwechsel sollte daher nach fachlicher Kontrolle erfolgen.

  • Eine Piercingpistole ist für viele Körperstellen ungeeignet.

    Professionelle Piercings werden üblicherweise mit sterilen Einweg-Piercingnadeln durchgeführt. Für Ohrläppchen können je nach System und rechtlichen Rahmenbedingungen spezielle Geräte verwendet werden.

  • Nein. Für ein frisches Piercing muss geeigneter, hochwertiger und körperverträglicher Piercingschmuck verwendet werden.

    Ungeeignete Legierungen oder schlecht verarbeitete Oberflächen können Reizungen, Allergien und Wundheilungsprobleme verursachen.

  • Der Erstschmuck muss:

    • allergiker freundlich
    • ausreichend Platz für Schwellungen bieten
    • zur Körperstelle passen
    • eine geeignete Oberfläche besitzen
    • fachgerecht sterilisiert sein

    Material, Stärke, Länge und Form werden individuell ausgewählt.

  • Beim Anatomiecheck wird geprüft, ob die gewünschte Körperstelle ausreichend Gewebe, Platz und eine geeignete Form für das Piercing bietet.

    Ein Wunschpiercing kann nicht allein aufgrund eines Fotos oder Trends zugesagt werden.

  • Nein. Nicht jede Körperstelle ist anatomisch für ein Piercing geeignet.

    Vor der Behandlung müssen Haut, Gewebe, Gefäßverlauf, Nerven, Platzangebot und individuelle Anatomie geprüft werden.

    Manche Piercings können aufgrund der Anatomie abgelehnt werden.

  • Eine fundierte Ausbildung sollte insbesondere folgende Bereiche enthalten:

    • Anatomie
    • Hautkunde
    • Hygiene
    • Desinfektion
    • Sterilisation
    • Instrumentenkunde
    • Schmuckkunde
    • Materialkunde
    • Piercingtechniken
    • Platzierung
    • Wundheilung
    • Komplikationen
    • Kontraindikationen
    • Erste Hilfe
    • Kundenaufklärung
    • Dokumentation
    • rechtliche Grundlagen
    • praktische Arbeit unter fachlicher Aufsicht
  • Nein, für den Einstieg in eine umfassende Piercing-Ausbildung sind nicht zwingend berufliche Vorkenntnisse erforderlich.

    Ein hohes Maß an Hygienebewusstsein, Verantwortungsgefühl, Belastbarkeit und Interesse an Anatomie ist jedoch unverzichtbar.

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